Raum für Raum
Ein Bild über dem Bett: wie hoch und wie groß?
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Über dem Bett hängt das einzige Bild im Haus, das du selbst kaum siehst. Du liegst darunter. Trotzdem ist es die größte leere Wand im Schlafzimmer, und dort beginnt die Suche meistens. Dieser Text handelt von der Höhe, von der Größe, die zu deinem Bett passt, und von der Wand, die dabei fast immer übersehen wird.
Beginne bei der Höhe, denn dort geht es am schnellsten schief. Die bekannte Faustregel, mit der Mitte des Bildes bei etwa 145 bis 155 Zentimetern, stammt aus einem Raum, in dem man sitzt. Über einem Bett funktioniert sie nicht, denn hier bestimmt das Kopfende die Unterkante. Miss deshalb vom Kopfende aus und nicht vom Boden.
Halte zwischen der Oberkante des Kopfendes und der Unterkante des Bildes etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter ein. Dann stehen Bett und Bild beide für sich, und vom Türrahmen aus liest du sie als Einheit. Hast du kein Kopfende, rechne vom Matratzenrand aus und addiere sechzig Zentimeter. Du kommst dann ungefähr auf dieselbe Linie.
Dann die Größe, und die rechnest du mit der Breite deines Bettes aus statt mit der der Wand. Über einem Einzelbett von neunzig Zentimetern passt ein liegendes 70x50 schon gut. Bei einem Doppelbett von 140 ist 90x60 der logische Schritt, und 100x70, wenn du die Wand voller haben möchtest. Bei einem Bett von 160 oder 180 ist 100x70 unser breitestes Maß, dann bleibt dir auf beiden Seiten Platz.
Diesen Platz kannst du auf zwei Arten füllen. Du hängst die Leinwand mittig über dem Kopfende und lässt links und rechts bewusst Luft, was ruhig wirkt, wenn Wandleuchten hängen. Oder du hängst zwei gleiche stehende Leinwände nebeneinander. Wie du diese beiden genau an den Nachttischen ausrichtest, steht auf der Seite Bilder für das Schlafzimmer, wo die ganze Auswahl für dieses Zimmer zusammengestellt ist.
Achte dabei auf die Form des Werks. In dieser Auswahl ist fast alles stehend, und das ist kein Zufall: die freien Wände in einem Schlafzimmer sind meist schmale Streifen. Suchst du dagegen genau dieses eine breite Bild über dem Kopfende, dann schaust du dir die liegenden Werke an. Unsere liegenden Maße reichen von 60x40 bis 100x70.
Und dann der Platz, der fast immer leer bleibt. Aus dem Bett siehst du nie auf die Wand hinter deinem Kopf. Was du siehst, jeden Morgen, wenn du die Augen öffnest, und jeden Abend, bevor du sie schließt, ist die Wand gegenüber. Das ist die stärkste Wand des Zimmers, und meistens hängt dort nichts.
Dreh die Reihenfolge deshalb einmal um. Wähle zuerst das Werk für die Wand gegenüber dem Bett, denn das ist das Bild, das du wirklich anschaust. Über dem Bett kommt danach etwas Ruhigeres, das vor allem für jemanden arbeitet, der den Raum betritt. Wähle beide aus derselben Farbfamilie, dann halten die beiden Wände einander zusammen.
Dieses ruhigere Werk über dem Bett ist keine Geschmacksfrage, sondern eine Frage der Betrachtungszeit. Einen Flur gehst du in wenigen Sekunden pro Durchgang vorbei, dort hält ein ausdrucksstarkes Bild also lange durch; schau einmal bei Flur und Treppenhaus. In einem Schlafzimmer sitzt du mit demselben Bild im selben Raum, Abend für Abend. Eine Leinwand mit viel offener Fläche und wenig hartem Kontrast hält das aus. Genau dafür sind die Werke bei Stille Ruhe ausgewählt.
Das Licht in diesem Zimmer hilft bei dieser Wahl mit. Das Abendlicht kommt meist von einer kleinen Lampe auf dem Nachttisch, also von niedrig und von der Seite. Ein Bild über dem Bett fängt dieses Licht schräg von unten auf. Leinwand ist gewebt und nicht glatt, das Licht liegt also weich über dem Tuch, statt dass ein einziger heller Fleck entsteht. Helle Bilder leisten dabei am meisten, weil man bei wenig Licht trotzdem noch viel erkennt; diese sanfte Ecke findet sich bei Pastell.
Schau außerdem über die Wand über dem Bett hinaus. In vielen Schlafzimmern ist die größte Wand mit einem Kleiderschrank voll, und was übrig bleibt, sind Streifen: neben der Tür, zwischen Fenster und Ecke, neben einem Nachttisch. Auf einen Streifen von fünfzig bis sechzig Zentimetern passt ein stehendes 40x60 mit Luft auf beiden Seiten. Zwei solcher Streifen zu füllen bringt dem Raum oft mehr als ein großes Bild über dem Bett.
Zum Aufhängen selbst noch dies. Hänge ein Werk über einem Bett an zwei Punkten statt an einem Nagel, dann bleibt es gerade, auch wenn jemand gegen das Kopfende drückt. Wähle einen Dübel, der zu deiner Wand passt, denn Gipskarton und Porenbeton brauchen etwas anderes als Ziegel. Jedes Bild kommt aufhängefertig an, du brauchst also nur eine Bohrmaschine und eine Wasserwaage.
Eine Sache gilt nur in diesem Zimmer. Das Schlafzimmer gehört meist zwei Menschen, und dies ist die einzige Wand im Haus, auf die ihr beide jeden Tag schaut. Wählt das Werk also gemeinsam, oder nehmt zwei, die nebeneinander hängen können und über die ihr euch beide freut.
Zum Schluss ein Test, der fünf Minuten kostet. Klebe das Maß, das du dir vorstellst, mit Malerkrepp auf die Wand über deinem Bett. Dann leg dich hin, setz dich auf die Bettkante und stell dich in die Tür. Bei den meisten Menschen darf das kleine Rechteck danach noch eine Handbreit nach oben.

